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Mein FSJ an der Grundschule am Kohlenbach im Schuljahr 2017/2018

Abitur, doch was dann? Nach 12 Jahren Schule stand ich wohl vor einer der bisher wichtigsten Entscheidungen meines Lebens und wusste trotz Praktika und Berufsberatung nicht, wie ich mir meine Zukunft mit knapp 18 Jahren vorstellen sollte.

Kurzerhand entschied ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Grundschule am Kohlenbach, da ich mit dem Gedanken spielte, Grundschullehramt zu studieren. Meine Zeit vor dem Studium wollte ich sinnvoll nutzen und hierin sah ich die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln.

An meinem Schnuppertag wurde ich sofort offen und herzlich aufgenommen und ich entschied mich, die nächsten Monate hier zu verbringen. Als es dann am 1. November endlich losging, wurde ich vom ersten Tag an aktiv in den regen Schulalltag eingebunden. Obwohl Vieles für mich neu war, übertrug man mir von Anfang an verantwortungsvolle Aufgaben.

Morgens ging es um 8:00 Uhr los mit der Kernzeitbetreuung, in welcher Kinder betreut werden, deren Unterricht erst zur zweiten Stunde beginnt. Wir spielten viele Spiele, lasen Geschichten, malten, bauten mit Lego und nutzten - je nach Wetterlage - den Schulhof. Pünktlich zur zweiten Stunde ging es für mich in eine meiner zwei festen Klassen, die 1a und die 2b. Dort unterstütze ich die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts.

Mittags arbeitete ich in der Mensa und anschließend leitete ich gemeinsam mit einem Kollegen aus dem Ganztagsteam eine Hausaufgabengruppe. Nach der Hausaufgabenzeit besuchen die Kinder der Grundschule am Kohlenbach ein Nachmittagsangebot. Diese Angebote reichen von Malen/Basteln/Gestalten über Kinderyoga/Sport/Tanzen bis hin zu Werken/Bauen und Produktivsein am Computer. Auch dort konnte ich meine Stärken einbringen und meine KollegInnen bei ihren Angeboten unterstützen. Gegen Ende meines FSJs durfte ich sogar meine eigene Gruppe leiten und gestaltete gemeinsam mit den Kindern Einiges rund um das Thema Fußball, da zu dieser Zeit die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland stattfand.

Eines meiner Highlights war unter anderem die Projektwoche, in welcher ich die Klasse 1b von Herrn Schlauderer begleiten durfte und wir das Kohlenbachtal erkundeten. Aber auch die Unternehmungen, wie zum Beispiel der Ausflug in den Schwarzwaldzoo mit der Klasse 1a von Frau Rapp, Frau Rubatscher und Frau Gralla oder der Besuch in der neuen Musikschule in Waldkirch gemeinsam mit Herrn Lindinger und der 2b lockerten meinen Arbeitsalltag auf und machten sehr viel Spaß. Mit der Klasse 2b übernachtete ich auch gemeinsam in der Schule und lernte so die Kinder und die Schule von einer ganz anderen Seite kennen.

Neben dem normalen Arbeitsalltag in der Schule hatte ich zudem Seminarwochen in Baden- Baden, organisiert vom Deutschen Roten Kreuz, dem Träger meines FSJs. Dort hatte ich die Möglichkeit, Kurse in Erster Hilfe, Selbstverteidigung und Kommunikation zu belegen und wertvolle Fähigkeiten für meine Zeit in der Schule, aber auch für meine Zukunft zu erlernen. In diesen Wochen lernte ich viele andere 'Freiwillige' kennen und konnte mich mit ihnen über Erlebtes austauschen. Die letzte Seminarwoche verbrachten wir am Gardasee in Italien.

Rückblickend kann ich nur sagen, dass das Freiwillige Soziale Jahr genau die richtige Entscheidung für mich war. Die Zeit in der Schule, aber auch die Seminarwochen waren super interessant und machten Spaß. Das gesamte Lehrerkollegium und auch meine KollegInnen aus der Ganztagsbetreuung unterstützten mich und integrierten mich in ihr Team, sodass ich mich einfach nur wohl fühlen konnte. Ich habe nicht nur Erfahrungen in einem sozialen Tätigkeitsbereich sammeln können, sondern mich auch für den Beruf Grundschullehrer begeistert und werde im April 2019 mein Studium beginnen. Durch die Arbeit mit den Kindern, welche jeden Tag etwas Neues und vor allem viel zu Lachen brachte,  habe ich ganz neue Seiten an mir entdeckt und bin sehr dankbar für die vielen positiven Eindrücke und Erlebnisse. Es gabe durchaus auch schwierige Situationen und Ereignisse, die nicht immer nur schön waren. Durch sie habe ich in diesen neun Monaten gelernt, mit Problemen, Schicksalsschlägen und Stress besser umzugehen und ich freue mich schon jetzt darauf, dass ich nach meinem Studium in so einem tollen und vielfältigen Beruf mit Kindern und hoffentlich genau so tollen KollegInnen arbeiten kann.

Sophia Kürbs